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Alevitischer Religionsunterricht in Deutschland

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Die Lehre und Philosophie

Die Umstände und die Rolle einer verfolgten oder zumindest angefeindeten Gemeinschaft während der Jahrhunderte im osmanischen Reich, erklären die Besonderheiten der alevitischen Religiösität. Sie wurde eher auf die Erfordernisse des Alltagslebens ausgerichtet als auf streng gebotene rituelle Verehrungsformen. Mit ihrem Geheimcharakter und mit der mündlichen Art der Vermittlung religiöser Traditionen ist die Lehre der Aleviten nur unvollständig zu beschreiben. Lediglich jene Männer und Frauen, die in die Gemeinschaft hineingeboren wurden, konnten in den Besitz des religiösen Wissens gelangen. Die innere, verborgene Wahrheit wird nur den Eingeweihten zuteil; sie wird als geheime Lehre in besonderen Initiationsriten wie z.B. „Cem“ offenbart. Für jene, die zu dem Verborgenen durchgedrungen sind, haben formale Gesetze, die der äußeren Sphäre angehören, keine Bedeutung mehr. In diesem Sinne werden auch bei den Aleviten in verschiedenen Teilen Anatoliens spirituelle Interpretationen des Koran vorgenommen. Die verborgene Wahrheit, um die es hier geht, ist die Einheit aller Seienden, vahdet-i vücut. Diese Lehre ist in dem folgenden Satz wie folgt zu deuten: nur wer Gott im Menschen und den Menschen in Gott erblickt, weiß um die absolute Wahrheit (Hakikat kardesi odur ki, hakki insanda, insani hakta görendir). Als Medium für die Übermittlung religiöser Traditionen dienten Lieder (nefes), die während der religiösen Zeremonien zur Lautenmusik (Saz) vorgetragen wurden.

Das alevitische Ritual und die alevitische Andacht (ibadet) haben den Frieden und die Harmonie der Gemeinschaft zum Ziel und realisieren in der Liebe und Achtung (sevgi ve saygi) für den Menschen den Glauben und das Gottesgedenken, denn der Mensch steht im Zentrum alevitischer Frömmigkeit und gilt als Gottes vollkommenste Schöpfung. Im Menschen, ganz gleich welchen Geschlechts, welcher ethnischen Zugehörigkeit oder welchen sozialen Standes, manifestiert sich Gott. Der Dienst an dem Mitmenschen gilt dem Aleviten als Dienst an Gott, dem Schöpfer. Das Individuum hat Gott Rechnung zu tragen, indem es sich um moralische Integrität und Vervollkommnung als soziales Wesen bemüht. „Insan Kabe‘dir – der Mensch ist die Kaaba (1)“.

So heißt es auch, daß der Mensch nicht Sklave Gottes, sondern autonom und selbstverantwortlich ist. Zentral ist daher das Streben nach Selbsterkenntnis, Selbstbeherrschung und das ethische Ideal, reinen Herzens zu sein. Es kann nicht darum gehen, den Glauben in Gebetsfloskeln auf der Zunge zu tragen, sondern im Herzen und in den Taten gegenüber den Menschen.

Das Natur-, Mensch- und Gottesverständnis des Alevitentums haben es zu einer zutiefst humanitären Lebenseinstellung werden lassen, die Werte wie Toleranz, Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Unabhängigkeit des Denkens hoch veranschlagt. Dieses Verständnis verschaffte der alevitischen Frau eine geachtete Stellung in der Familie und in der Gesellschaft. Sie kam ohne Verschleierung aus, war keiner strikten Geschlechtertrennung unterworfen, hatte keine Nebenfrauen (-buhlerinnen) oder einseitig ausgesprochene Scheidungen zu ertragen.

Die alles umfassende alevitische ethische Leitlinie orientiert sich daran, den inneren Frieden der Gemeinschaft zu wahren und sie nach außen hin abzuschirmen: „Eline, beline, diline sahip olmak“. Damit sind u.a. Diebstahl, üble Nachrede, Ehebruch, Scheidung als strafwürdige Vergehen bezeichnet.


(1) zentrale Heiligtum der Muslime. In ihm führt die als einer der sog. fünf Grundpflichten der Muslime vorgeschriebene Wallfahrt nach Mekka
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